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Und
die Ausgaben? Die großen Blöcke
werden uns von Bund und Land
diktiert. Dies sind die immer weiter
ausufernden Sozialausgaben. Nicht
auszudenken, wenn es Politik und
Wirtschaft nicht gelungen wäre, so
schnell aus der Krise zu kommen!
Der
zweite Kostenblock sind die
Personalausgaben. Geregelt durch
Tarifrecht und öffentliches
Dienstrecht, an dessen Reform sich
im Bundestag niemand herantraut.
Was
ist also zu tun? In erster Linie müssen
wir alle auf unsere Abgeordneten in
Detmold, Düsseldorf, Berlin und Brüssel
Druck ausüben. Ich bin fest davon
überzeugt: würde auf diesen Ebenen
nur ansatzweise so konsequent
gespart, wie wir es tun, dann sähe
es um die öffentlichen Finanzen
ganz anders.
Es
ist paradox: Je weiter die
politische Ebene vom Bürger
entfernt ist, desto schamloser wird
mit dem Steuergeld umgegangen und je
näher am Bürger gespart wird,
desto eher merkt er, dass in seiner
Stadt die Lichter ausgehen, desto
schmerzhafter ist es.
Wir
in Lemgo haben im Rahmen des Möglichen
alles getan, die Verwaltungskosten
zu senken. Dies bringt natürlich
Mehrbelastung für jeden Einzelnen,
klaglos wird dies hingenommen. Das
Verwaltungshandeln wird häufig von
den Bürgern gelobt und die Betriebe
bekommen von der Verwaltung
signalisiert, dass sie hier in Lemgo
willkommen sind. Die positive
Entwicklung, die unsere Stadt in dem
letzten Jahr genommen hat, ist auch
das Verdienst der Stadtverwaltung.
Unser Dank gilt heute ganz besonders
den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der Stadtverwaltung und
dem Kämmereiamt.
Lautstark
sind die Proteste immer bei Sparmaßnahmen
im Schulbereich, das ist in Lemgo
auch so. Fakt ist: Die Schülerzahl
sinkt. Wir brauchen weniger Schule.
Doch jeder kämpft um „seine“
Schule. Im Grundschulbereich ist es
so, dass die Eltern lieber eine einzügige
Grundschule hätten als längere
Wege in Kauf nehmen zu müssen. Dies
ist aus pädagogischer Sicht falsch.
In solch kleiner Schule kann die
notwendige Vielfalt des
Lehrangebotes nicht vorgehalten
werden. Als Vater von zwei Kindern,
die beide mit dem Bus zur
Grundschule gefahren sind, kann ich
nur sagen, dass dies ganz und gar
keine Katastrophe ist - ja, die
beiden haben es gern und vor allem
sicher gemacht.
Wie
steht Lemgo nun im allgemeinen
Vergleich mit den anderen Städten
der Region da?
Lemgo
ist besser. Es begann mit dem Bau
des Parkhauses Wüste, und danach
kam es zu Neuansiedlungen von Handel
und Gastronomie in der Innenstadt.
Überall wird investiert. Jeder in
der Region weiß: in Lemgo tut sich
was! Lemgo Marketing trägt mit
seinen mutigen Aktionen ganz
wesentlich zur positiven Stimmung
bei.
Unbemerkt
gibt es ein weiteres Wunder zu
beobachten: in unseren
Industriegebieten stehen mehr Baukräne
als anderswo. Investitionen bedeuten
hier neue Arbeitsplätze und neue
Steuerkraft für Lemgo!
Übrigens
auch an anderer Stelle sind wir in
Lemgo besser als Nachbarstädte:
unsere Kommunalunternehmen leisten
Überdurchschnittliches und sind
Vorbild in ihrem Handeln. Es gilt
dem Vorstand der Sparkasse, der
Geschäftsführung der Stadtwerke zu
danken und jeweils den Mitarbeitern
zu danken. Wir beobachten ihre
Leistung sehr genau, wissen diese zu
würdigen und sind mit ihnen stolz
auf das Erreichte!
Sicher
etwas ungewöhnlich, aber mein Dank
richtet sich ausdrücklich auch an
die Fraktion der SPD. In dem
Bewusstsein der Verantwortung für
unsere Aufgabe, für unsere Stadt
haben wir uns zusammengefunden und
Entscheidungen von größerer
Tragweite getroffen. Ich nenne hier
nur die Stichworte: Schulpolitik,
Neugestaltung von Marktplatz und
Kirchplatz Nicolai,
Kindergartenbeiträge und
Weserrenaissance Museum.
Ich
glaube, in solch schwierigen Zeiten
ist es gut, wenn die wesentlichen
Zukunftsfragen nicht im
parteipolitischen Streit
ausgefochten werden, sondern in
ruhiger sachlicher Überlegung.
Abseits
der zum Teil hitzigen Debatten im
Rat und in den Ausschüssen war das
zwischenmenschliche Klima gut und
alle haben hier zunächst ihre
Aufgabe als Mitglied des Rates und
erst in zweiter Linie die
parteipolitischen Interessen
gesehen. Auch hierfür danke ich.
Wir, aber auch die Kollegen von den
BfL haben dies in den Ausschüssen
und in den Gremien praktiziert und
auch hierfür gilt es zu danken,
trotz all der im Folgenden geübten
Kritik.
Bei
allem persönlichen Respekt gegenüber
der neuen Partei, den „Bürgern für
Lemgo“, ist deren Verhalten hier
und heute nach fünfzehn Monaten
gemeinsamer Arbeit zu analysieren.
Die
BfL hat einen sehr erfolgreichen
Wahlkampf geführt. Die Aggression
gegen uns war heftig, heftiger als
das, was die BfL heute als Kritik zu
ertragen hat:
„Verantwortlich
für den horrenden Schuldenstand
sind überwiegend die seit Jahren (un)verantwortlich
handelnden Ratsmehrheiten.“
Jetzt
tragen Sie die Verantwortung mit,
und wie nutzen Sie dies? Gar nicht.
Kein Antrag zum Haushalt 2011. Den
laufenden Haushalt haben Sie mit der
Begründung, es würden zu viele
Schulden gemacht, abgelehnt. Diesem
Haushalt mit noch mehr Schulden
wollen Sie zustimmen. Mehr noch:
wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten
wir im laufenden Jahr noch mehr
Schulden gemacht. Sie wollten mehr
Geld für:
Sparanträge?
Fehlanzeige!
„BfL
unterliegt keinem Fraktionszwang und
will Politik transparenter machen.
(…) Ratsmitglieder
der „BfL" werden die Bürger
bei den Entscheidungen stärker
beteiligen, deren Wünsche
deutlicher beachten und gewichten,
wobei Minderheitsinteressen nicht
gegen die Mehrheit der Bürgerinnen
und Bürger durchgesetzt werden.“
Wie
leben Sie dies? Sie schmieden hinter
den Kulissen eine Koalition zur Änderung
der Vorfahrtsregelung bei den
Wallquerungen und ignorieren den
Kampf einer der engagiertesten Bürgerinitiative,
die Lemgo je gesehen hat. Nichts mit
Transparenz, stattdessen
Fraktionszwang – basta!
Ihr
Wahlkampf, ihr Marketing war außerordentlich
erfolgreich. Doch hat es, wie wir
erleben mussten, den Praxistest
nicht bestanden.
Sie
sind gegen uns alle hier angetreten.
Sie haben sich als diejenigen erklärt
die:
Doch
was ist denn der Bürgerwille? Mehr
Straßen ja, aber nicht vor meiner
Haustür. Weniger städtische
Schulden, aber erhalten Sie mein
Ortsteilbad, mein Museum - und
schaltet abends das Licht nicht eher
aus.
Die
Wahrheit ist, es gibt ihn nicht – den
Bürgerwillen.
Und
es gibt bei Ihnen keine Parteiziele.
Sie von der BfL wissen zwar was Sie
nicht wollen, doch niemand weiß,
wofür Sie eigentlich sind.
Wir
alle bedauern dies, dies führt zu
endlosen Debatten.
In
einer Partei finden sich politisch
engagierte Personen zusammen, weil
sie in dieser Partei Gleichgesinnte
finden. Zerstritten wie Sie
angesichts des Fehlens gemeinsamer
Ziele quasi zwangsläufig sind,
findet Ihre Meinungsbildung meist
erst in Ausschusssitzungen statt und
dort stimmen die BfL-Vertreter meist
unterschiedlich ab. Ich bin einmal
gespannt, wie viele Haushaltsreden
wir von der BfL gleich hören
werden.
Sollten Sie noch einmal zu einer
Wahl antreten, werden Sie dem Bürger
die Frage beantworten müssen:
welche BfL soll ich denn wählen?
Wir
sollten uns darauf verständigen:
wir haben unterschiedliche
Auffassungen, Ziele aber keine
sollte sich moralisch über den
anderen Stellen. Wir alle engagieren
uns für unsere Stadt, wollen
Zukunft gestalten.
Wie
also sieht das Resümee aus? Lemgo
ist mehr oder weniger genau so
bankrott wie alle anderen Städte,
doch Lemgo hat sich selbst in der
Wirtschaftskrise von dem allgemeinen
Trend abgekoppelt und eine außerordentlich
erfreuliche Entwicklung genommen. Es
lohnt sich hieran gemeinsam weiter
zu arbeiten!
Dr.
Harald Pohlmann Narzissenweg 25
32657 Lemgo Tel.: 01715881238
Vorsitzender
CDU Ratsfraktion Lemgo
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