20180905Zum 24. August 2018 ab 14 Uhr lud das Panzer-Grenadierbataillon 212 zu einer Feier in die Generalfeldmarschall Rommel Kaserne ein. Anlass war die 60 Jahre zurückliegende Aufstellung des Bataillons.

Die Lemgoer CDU ist mit dem Bürgermeister Dr. Reiner Austermann dieser Einladung sehr gerne gefolgt. Schließlich ist die Alte Hansestadt Lemgo mit dem Bataillon durch eine Patenschaft seit 1990 verbunden. In zwei Jahren kann also eine 30-jährige Patenschaft gefeiert werden. Die Patenschaft wurde in den vergangenen Jahren aktiv gelebt: regelmäßige gegenseitige Besuche zu vielen Veranstaltungen fanden statt.

 

Zur Geschichte des Bataillons wurde uns eine kurze Beschreibung zur Verfügung gestellt. Aus ihr geht ein umfangreiches Aufgabenfeld hervor, welches sich im Lauf der Zeit oft verändert hat. Den Leistungen der Soldatinnen und Soldaten unter schwierigsten Bedingungen kann nur höchste Anerkennung gezollt werden. Der Einsatz von Leben und Gesundheit für die Freiheit und Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land verdient unseren Respekt und unsere Dankbarkeit.

Wir haben sehr gerne an der interessanten und schönen Feier zum 60-jährigen Jubiläum teilgenommen. Wir wünschen dem Bataillon für die Zukunft alles Gute, insbesondere auch für den kommenden Einsatz in Afghanistan.

 

Kurzer Abriss der Geschichte des Bataillons:

Aufgestellt wurde das Panzergrenadierbataillon 212 (PzGrenBtl 212) am 01.10.1958 mit einer Stabskompanie und zwei Panzergrenadierkompanien auf LKW. In den 50er Jahren galt es zunächst neben der Aufstellung weiterer Kompanien die ersten Wehrpflichtigen zu begrüßen. Dabei verlegte das PzGrenBtl 212 zum ersten Mal 1959 auf einen Truppenübungsplatz in der Senne. Im Jahre 1960 war die Aufstellung des Bataillons abgeschlossen und bestand aus einer Stabskompanie, drei Kampfkompanien sowie einer Mörserkompanie.

In den Jahren 1960 bis 1969 hat das Bataillons bereits an verschiedenen internationalen Gefechtsübungen und Wettkämpfen teilgenommen und sich bei Ernte- und Schneeeinsätzen auch in der Region einen guten Ruf verdient. 1965 markierte dabei ein besonderes Jahr, da das Bataillon dort seine erste Truppenfahne erhalten hat.

In den 70er Jahren stechen besonders die Jahre 1972 und 1976 hervor. Das Bataillon übernahm 1972 die Patenschaft über den Familienverband der ehemaligen Angehörigen der 116. PzDiv und führte seitdem den Windhund als Emblem auf den Gefechtsfahrzeugen und sechs Jahre später auch im Bataillonswappen. 1972 wurden die ersten Schützenpanzer MARDER im Verband eingeführt und damit das alte Waffensystem HS-30 abgelöst. 1976 verlegte der Verband als erstes PzGrenBtl der Bundeswehr im Mai auf den Truppenübungsplatz SHILO in Kanada.

Die 80er Jahre waren geprägt von der Umstellung auf die Heeresstruktur 4 und später der Heeresstruktur 2000 sowie vielen Übungen und Truppenübungsplatz-Aufenthalten. Seit 1982 hat das Bataillon durchgehend eine Patenschaft mit einem britischen Patenverband, welches seitdem zu einem regen Austausch und gemeinsamen Vorhaben mit den britischen Streitkräften geführt hat. Besonders bleibt auch in Erinnerung der frostige Winter 1985, wo selbst bei Temperaturen von bis zu -30°C sich die 212er nicht unterkriegen ließen.

1990 wurde dann bereits die Patenschaft mit der Alten Hansestadt Lemgo beschlossen, die in zwei Jahren bereits Ihr 30-jähriges Bestehen feiern können wird. Die Armee der Einheit mit der neuen Heeresstruktur 5 machte auch in den 90er-Jahren vor 212 nicht Halt. 1991 wurden daher die ersten Rekruten aus den neuen Bundesländern begrüßt. Seit 1996 befindet sich das Bataillon regelmäßig im Einsatz, zunächst mit in etwa 200 Soldaten im Rahmen von IFOR und SFOR im ehemaligen Jugoslawien, 1999 erneut im Rahmen von SFOR in Bosnien-Herzegowina und im Jahre 2001, als das Bataillon während der Eskalation der Gewalt im Rahmen von KFOR schwere Stunden erleben musste.

Im Jahre 2004 wurde das Verbandsabzeichen geändert. Seitdem trägt das PzGrenBtl 212 die Lippische Rose auf schwarz-weißem Grund. In den 2000er Jahren spielte das Thema „Einsatz“ eine immer größere Rolle im PzGrenBtl 212 und das Einsatzland wechselte mit dem Jahr 2006 vom Balkan im Rahmen von ISAF auf den Hindukusch.

Im Jahr 2008 war das PzGrenBtl 212 der erste Verband, der aufgrund der veränderten Sicherheitslage die erste „Quick Reaction Force“ (QRF) im 17. DEU Einsatz-Kontingent in Nordafghanistan stellen sollten. Die Feierlichkeiten zum fünfzigsten Geburtstag mussten damals aufgrund des Einsatzes verschoben werden.

Im Jahr 2011 hatte das PzGrenBtl 212 aus Ausbildungs- und Schutzbataillon in der Provinz Baghlan in Afghanistan den bislang schwersten und gefährlichsten Einsatz. Im Rahmen dieses Einsatzes fiel bei einem Anschlag auf einen Schützenpanzer Marder am 02. Juni 2011 der Oberstabsgefreite Alexej Kobelew sowie fünf weitere Kameraden wurden teils schwer verwundet.

2013 wurde dem Bataillon durch die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Fahnenband des Landes NRW verliehen. Es folgten weitere Einsätze in Afghanistan, bis zum heutigen Tage. Zuletzt war die die 2./PzGrenBtl 212 von Januar bis Juli 2018 dort im Einsatz.

Das PzGrenBtl 212 als Teil der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ besteht derzeitig aus einem Stab, einer Versorgungsunterstützungskompanie, drei Kampfkompanien und der Ausbildungsunterstützungskompanie. In diesem Jahr nähert sich mit dem 01.10.2018 das 60-jährige Bestehen seit der Aufstellung. Im Dezember beginnend wird das PzGrenBtl 212 mit dem neuen Schützenpanzer PUMA ausgestattet werden, der den SPz MARDER ablösen wird. Darüber hinaus wird das PzGrenBtl 212 zum Ende des Jahres 2018 als sogenanntes "Force Protection Battalion" mit dem Stab und zwei Kompanien wieder nach Afghanistan verlegen, um die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zu schützen.

(Quelle PzGrenBtl 212)

 

 

 

 


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