Walter Kern im Gespräch mit KLG-Chef Dr. Johannes Hütte

Kreis Lippe. „Die Qualität der Gesundheitsversorgung ist für die Menschen in Lippe wichtig und darüber hinaus auch ein wichtiger Standortfaktor“, sagt CDU-Landtagsabgeordneter Walter Kern. Besonders die Sicherung des Hausärztenachwuchses ist für ihn ein brennendes Dauerthema und er bekräftigt die Forderung der CDU-Landtagsfraktion nach einer medizinischen Fakultät in Bielefeld. Mit Dr. Johannes Hütte, dem neuen Geschäftsführer der Klinikum Lippe GmbH (KLG), sprach Kern, der Mitglied im Gesundheitsausschuss des Landtags ist, über diese und weitere drängende gesundheitspolitische Fragen.

Als „längst überfällig“ bezeichnet der CDU-Politiker die medizinische Fakultät in OWL, zumal seine Fraktion auch bereits konkrete Finanzierungsvorschläge erarbeitet habe. „Es muss endlich gehandelt werden“, fordert Kern und untermauert das mit Zahlen: „Jährlich verliert OWL rund 160 Mediziner; nur 60 kommen neu in unsere Region.“ Die von Rot-Grün initiierte Medizinerausbildung in Bochum trage nicht dazu bei, diese Lücke zu schließen. „Das Bochumer Modell bringt nichts für die ärztliche Versorgung in OWL“, argumentiert Kern. Auch Hütte sieht Vorteile einer Fakultät getragen von allen OWL-Kliniken in Bielefeld: „Damit sich der vielbeschworene Klebeeffekt überhaupt einstellen kann, ist es wichtig, dass die Studenten schon in den ersten Semestern in der Region verankert werden“, weiß der Klinik-Chef. Kern begrüßt die Unterstützung, die das Klinikum in diesem Zusammenhang leistet: „Wir wollen auch weiter in Kooperationsmodellen die enge Zusammenarbeit mit den Haus- und Fachärzten suchen und unseren Ärzten praktische Erfahrungen in den Praxen vor Ort ermöglichen“, sagt Hütte zu.

Sorgen machen sich beide Gesundheitsexperten um den Erhalt der Investitionsfähigkeit der KLG. „Für die Krankenhäuser sind die Herausforderungen in diesem Bereich nicht allein aus eigener Kraft zu meistern“, weiß Kern aus seiner parlamentarischen Arbeit. Die CDU-Landtagsfraktion habe einen Investitionsstau von mittlerweile 12,5 Milliarden Euro bei den rund 350 Krankenhäusern in NRW ermittelt. Betroffen seien Einrichtung und Umbau von Gebäuden, medizinische Geräte oder auch die IT-Ausstattung. „Die Kliniken haben es mit einer Investitionslücke von 1 Milliarde Euro pro Jahr zu tun, weil das Land lediglich rund 500 Millionen Euro erstattet, der Investitionsbedarf aber 1,5 Milliarden Euro beträgt“, rechnet er vor.

Für das lippische Klinikum beziffert Hütte das Investitionsvolumen auf rund 12 Millionen Euro pro Jahr. „Nur knapp die Hälfte davon trägt das Land“, sagt er. Kern öffnet den Blick in andere Bundesländer: In Mecklenburg-Vorpommern stelle die Landesregierung drei Mal so viele Investitionsmittel bereit wie in NRW, in Bayern immerhin fast doppelt so viele. „Die Länder sind nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz verantwortlich für Daseinsfürsorge und Infrastruktur, doch auch in diesem Punkt fällt NRW auf einen hinteren Platz im Bundesvergleich.“ In der Folge müssten Krankenhäuser dringend notwendige Investitionen zunehmend über Kredite finanzieren. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, stellen Hütte und Kern übereinstimmend fest.


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